Schwarze Schafe gibt es immer wieder: Dubiose Praktiken von Rechtsanwälten und Steuerberatern

Ein uralter Anwaltswitz lautet: Ein Mandat besucht einen Rechtsanwalt das erste Mal und fragt: „Guten Tag, was berechnen Sie für drei Fragen?“ Der Anwalt antwortet: „150 Mark. Und wie lauten die beiden anderen Fragen?“ Der Spruch ist ein Sinnbild für die Vertreter der Branche geworden, die mit Fug und Recht als „schwarze Schafe“ bezeichnet werden. Inzwischen treten solche „Exemplare“ vermehrt unter den Rechtsanwälten und den Steuerberatern auf. Ihre Methodik ist dabei immer gleich: Sie nutzen ihren Wissensvorteil in ihrem Fachgebiet zu Ungunsten des Kunden aus oder spielen Kompetenz in Fragen vor, in denen sie über kein Wissen verfügen.

Die Praktiken schwarzer Schafe unter Anwälten

Auch unter Anwälten und Steuerberatern gibt es die sogenannten schwarzen Schafe

Rechtsanwälte sind gemeinhin spezialisiert. So gibt es unter ihnen Experten für das Familienrecht oder aber beispielsweise das Vermögensrecht. Im Laufe des Studiums lernen sie jedoch alle juristischen Bereiche kennen und können sich in grundlegenden Fragen kompetent äußern, in Detailfragen jedoch nicht mehr. Schwarze Schafe neigen dazu, dennoch zu antworten: Befragt man beispielsweise einen Strafrechtler über steuerlich absetzbare Arbeitskleidung, so müsste dieser eigentlich eine Antwort ablehnen. Tut er es das nicht, sondern berät, ist dies eigentlich nicht vertretbar. Tatsächlich lernen Juristen schon im ersten Semester den Paragraphen des BGB, der sie vor den Folgen einer Falschberatung schützt.

„Schlimmer“ ist ohnehin eine Praxis von Anwälten, die seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 immer wieder zu beobachten ist. Juristen drängen Klienten zu Klagen, obwohl sie wissen, dass diese auf äußerst wackligen Füßen stehen. In solchen Fällen profitiert der Anwalt von einem Vorgang, von dem er weiß, dass dieser vermutlich dem Mandaten schaden wird.

Die Praktiken schwarzer Schafe unter Steuerberatern

Steuerberater sind prinzipiell dazu da, ihren Mandaten dabei zu helfen, die Steuererklärung korrekt abzufassen, damit diese ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen können. Tatsächlich erwartet aber jeder Mensch, der einen Steuerberater zu Rate zieht, eine generell andere Dienstleistung: Die Steuersumme soll so tief wie möglich gedrückt werden, weil Dinge, wie zum Beispiel die steuerlich absetzbare Arbeitskleidung geltend gemacht werden. Als Mandant ist man sogar geneigt, einen Steuerberater dann als schwarzes Schaf zu bezeichnen, wenn man herausfindet, dass dieser nicht alle Schlupflöcher genutzt hat, die er hätte nutzen können.

Tatsächlich tritt jedoch eine Praxis vermehrt auf, die deutlich problematischer ist: Viele Steuerberater wenden Tricks an, von denen sie wissen, dass diese rechtlich auf wackligen Füßen stehen oder schlimmstenfalls schon verboten sind. In der Wirtschaft kommt es immer wieder zu krassen Fällen der Falschberatung: So gibt es immer wieder Fälle, bei denen Steuerberater beispielsweise dazu neigen, Firmenteile als Tochterfirmen auszugliedern und ohne Not so hoch wie möglich zu beleihen, weil dies steuerrechtliche Vorteile bringt. Diese Praxis haben manche der schwarzen Schafe auch auf das Geschäft mit privaten Mandaten übersetzt, wo sie beispielsweise zu einer Hypothek auf das Haus raten. Solche dubiosen Praktiken sind dadurch zu erkennen, dass sie dem Mandaten auf den ersten Blick mehr Kosten verschaffen, die dadurch wegfallen sollen, dass der Steuerberater mehr arbeitet und somit höhere Rechnungen stellen darf. Von daher sollte man nicht davor zurückschrecken den Steuerbrater, wie in diesem Beispiel gezeigt, zu überprüfen.

Wie schützt man sich vor den schwarzen Schafen?

In den meisten Fällen ist man als Laie jedoch nicht in der Lage, dubiose Praktiken von Anwälten oder Steuerberatern sofort als solche zu erkennen. Wenn man zweifelt, kann man die vorgeschlagenen Methoden beispielsweise im Internet überprüfen, doch meist handelt es sich um derart komplexe Vorgänge, dass man nicht in der Lage ist, diese zu verstehen. In solchen Fällen sollte man eine unabhängige zweite Meinung einholen.

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